Amarapura, Ava, Sagaing – Die alten Königsstädte bei Mandalay

U Bein-Brücke, Amarapura

U Bein-Brücke in Amarapura

Amarapura, Ava, Sagaing – Ausflug in die alten Königsstädte

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Amarapura, Ava und Sagaing sind drei frühere Königsstädte in der näheren Umgebung von Mandalay. Höhepunkte bei Besuchen der alten Königsstädte sind u. a. die U Bein-Brücke bei Amarapura, die Mönchsspeisung im Mahagandayon-Kloster, Besichtigungen alter Teakholz-Klöster, eindrucksvoller Pagoden sowie eine Kutschfahrt oder Fahrradtour durch die ruhige, dörflich-ländliche Umgebung von Inwa.

Tagesausflüge nach Amarapura, Inwa (ehemals Ava) und Sagaing können in Mandalay auf eigene Faust organisiert werden. Private Fahrer vermitteln die meisten Hotels in Mandalay *. Der Tagespreis beträgt etwa 40 Euro. Preiswerter sind Fahrten mit dem Moped-Taxi oder Mietfahrrad.

Geschichte der Königsstädte: Im Laufe der Geschichte verlagerten Burmas Könige ihre Regierungszentren immer wieder in andere Städte. Bei Umzügen ließen sie ihre hölzernen Paläste abbauen und in der neuen Hauptstadt wieder aufbauen.

Nach dem Niedergang Bagans wurde 1315 zunächst Sagaing Hauptstadt, rund 50 Jahre später, von 1364 bis 1773, die neu gegründete Stadt Ava (später Inwa). 1781 verlegte König Bodawpaya seine Residenz nach Amarapura. Unter König Bagyidaw wurde 1823 wieder Ava Hauptstadt, unter König Mindon, 1841, erneut Amarapura. 1857 verlegte König Mindon seinen Regierungssitz schließlich nach Mandalay.

Amarapura

Erste Station auf der Tour von Mandalay in die alten Königsstädte (Ancient Cities) ist das elf Kilometer südlich von Mandalay gelegene Amarapura ("Stadt der Unsterblichkeit"). Wer den Touristenansturm auf die U Bein-Brücke zum Sonnenuntergang meiden möchte, sollte die Brücke tagsüber besuchen.

U Bein-Brücke

U Bein Brücke, Amarapura

U Bein-Brücke in Amarapura

Mit 1,2 Kilometern ist die U Bein-Brücke bei Amarapura die längste Teakholzbrücke der Welt. Sie führt über den Taungthaman-See, der in der Regenzeit zwischen Juli und August den höchsten Wasserstand hat. Namensgeber für die Brücke war der einst für Amarapura zuständige Bürgermeister U Bein, der die Brücke 1850 erbauen ließ. Für den Bau wurde Holz aus dem ehemaligen Königspalast in Ava verwendet.

Die U Bein-Brücke wird von mehr als 1000 Holzpfählen gestützt. Einige sind im Laufe der Jahre und Jahrzehnte allerdings verrottet und inzwischen gegen Betonpfeiler ausgetauscht worden.

Über die U Bein-Brücke zu laufen, ist ein besonderes Erlebnis. Beim Hinübergehen schwankt die Brücke leicht, das Holz ist stellenweise marode, ein Geländer zum Festhalten gibt es nicht. Auf der Brücke laden hier und da Holzbänke zum Verweilen ein. Alle paar hundert Meter finden sich überdachte Pavillons mit Souvenirständen. Am östlichen Ende der Brücke lohnt ein Besuch der nahen Kyauktawgyi-Pagode. Sie wurde 1847 erbaut und beherbergt eine große Buddha-Statue aus Marmor.

Ohne Zweifel ist ein Besuch der U Bein-Brücke bei Sonnenuntergang ein besonderes Highlight. Doch ist es ab spätem Nachmittag auf der Brücke meist so voll, dass man stellenweise warten muss, um vorwärts zu kommen. Alternativ empfiehlt sich eine Ruderboot-Tour hinaus auf den Taungthaman-See. Vom Wasser hat man einen besonders schönen Blick auf die U Bein-Brücke und den Sonnenuntergang.

Mahagandayon-Kloster | Mönchsspeisung

Mönchsspeisung, Mahagandayon-Kloster

Mönchsspeisung im Mahagandayon-Kloster

Jeden Vormittag wird das Mahagandayon-Kloster in Amarapura von Touristen geradezu gestürmt. Anlass ist die Mönchsspeisung um 10.30 Uhr.

Die ersten Touristen kommen bereits um halbzehn, um sich am Weg zum Speisesaal einen guten Platz zum Fotografieren oder Filmen zu sichern. Eine Stunde später ist es soweit. Wie aus dem Nichts erscheinen hunderte Mönche und Novizen und reihen sich mit ihren Almosenschalen in der Warteschlange vor dem Speisesaal ein. Kameras klicken, Selfie-Stangen kreisen über den glatt rasierten Köpfen der Mönche.

Die Mönche scheint der Rummel nicht zu stören. Geduldig warten sie, bis ihre Teller und Almosenschalen gefüllt sind und begeben sich anschließend in den Speisesaal. Unter den Blicken hunderter, fotohungriger Touristen, von denen manche leider alle Regeln missachten. Einige versperren den Mönchen mit ihren Kameras den Weg, andere halten sich nicht an die Kleiderordnung und springen halbnackt in Shorts, Minirock und Tank-Top durch die Klosteranlage.

Die Lebensmittel, aus denen die Speisen für die Mönche in der großen Klosterküche zubereitet werden, sind Spenden von Gläubigen aus der Nachbarschaft. Zum Dank laden die Mönche die Spender ein, mit ihnen im Kloster zu speisen.

Neben Touristen kommen zur täglichen Mönchsspeisung auch viele Arme aus der Umgebung ins Mahagandayon-Kloster, um um Essen und Almosen zu betteln.

Im 1914 gegründeten Mahagandayon-Kloster leben rund 1000 Mönche zweier unterschiedlicher Orden. Die Klosteranlage mit Ordination Hall, Bibliothek, Schule, Mönchs-Unterkünften, Klosterküche, Speisesälen und Wirtschaftsgebäuden gehört zu den flächenmäßig größten in Myanmar. Darüber hinaus ist das Kloster für seine strenge Disziplin bekannt.

Palastruinen

Bis auf wenige Ruinen ist von dem einstigen Königspalast im Amarapura nichts übrig geblieben. König Mindon hatte den Teakholz-Palast vor seinem Umzug nach Mandalay 1857 abbauen und in seiner neuen Hauptstadt wieder aufbauen lassen.

Kunsthandwerk

In Amarapura gibt es zahlreiche Kunsthandwerksbetriebe. Hier finden sich vor allem Holzschnitzereien, Steinmetzereien, Seiden- und Baumwollwebereien. In den Webereien in und nahe Amarapura werden hochqualitative Longyis, Kissenbezüge, Schals, Tücher und Stoffe gewebt. Ein reiner Seidenschal kostet je nach Größe bis zu mehreren hundert US Dollar. Um einiges preiswerter sind Textilien aus einem Seiden-Baumwollgemisch.

Inwa | Ava

Die einstige Königsstadt Ava (heute Inwa) liegt gut sechs Kilometer südwestlich von Amarapura und 20 Kilometer von Mandalay entfernt. Inwa ist nur mit der Fähre über den Myitnge-Fluss (von Amarapura oder Mandalay kommend) oder über den Irrawaddy (von Sagaing) zu erreichen. Die Fähren (Longtailboote) fahren nach Bedarf und nehmen auch Fahrräder und Mopeds mit. Die Überfahrten dauern zwischen gut fünf und zehn Minuten.

Inwa ist bekannt für einige sehr sehenswerte Klöster wie das komplett aus Teakholz erbaute Bagaya-Kloster. Ein weiterer Reiz Inwas liegt in der verschlafen wirkenden ländlichen Umgebung mit kleinen Dörfern, Bananenplantagen, Reis- und Kohlfeldern.

Mit der Pferdekutsche durch Inwa

Pferdekutsche, Inwa

Pferdekutsche in Inwa

Alternativ zu einer Fahrradtour bietet sich in Inwa eine Rundfahrt mit der Pferdekutsche an. Kutschen können unweit des Fähranlegers am Myitnge-Fluss beim Small River Restaurant gemietet werden. Dort befindet sich die Halte- und Sammelstelle für Droschken.

Eine etwa dreistündige Kutschfahrt kostet für zwei Personen zwischen 10.000 und 12.000 Kyat (9 bis 11 Euro). Die Touren führen über Land zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Dazu zählen u. a. das Bagaya-Kloster und das Mahar Aung Mye Bon San-Kloster.

Die einachsigen Kutschen mit großen Holzrädern bieten Platz für maximal zwei Erwachsene und ein bis zwei Kinder. Der Einstieg erfolgt von hinten über einen Metalltritt. Unter einer Plane befinden sich zwei gegenüber liegende, schmale Bänke. Der Kutscher sitzt vorn. Die Fahrt über teilweise desolate Straßen und unbefestigte Wege ist stellenweise etwas holperig.

Bagaya-Kloster

Das Bagaya-Kloster liegt ein paar Kilometer außerhalb von Inwa inmitten von Reisfeldern. Das Kloster wurde 1834 unter König Bagyidaw (reg. 1819–1837) vollständig aus Teakholz erbaut. In der Länge misst die Anlage rund 57 Meter, in der Breite 30 Meter. Das Bagaya-Kloster wird von 267 Teakholzpfeilern gestützt. Der längste Pfeiler ist 18 Meter hoch und hat einen Umfang von knapp drei Metern. Sehenswert im Bagaya-Kloster sind zudem die kunstvollen Schnitzereien an Türen, Fenstern und Geländern. Leider ist das Holz mit der Zeit an vielen Stellen marode geworden.

Im Bagaya-Kloster ist auch eine Schule untergebracht. Den Lehrer trafen wir in einer der hinteren Ecken an, vor dem Fernseher zwischen Stapeln von Büchern sitzend.

Mahar Aung Mye Bon San-Kloster

Mahar Aung Mye Bon San-Kloster, Inwa

Mahar Aung Mye Bon San-Kloster in Inwa

Das Mahar Aung Mye Bon San-Kloster (auch Me Nu Oak-Kloster) wurde 1822 im Auftrag von Königin Nanmadaw Me Nu, König Bagyidaws Ehefrau, für den königlichen Abt Nyaunggan Sayadaw U Po erbaut. Das aus Stein errichtete Kloster wurde durch das schwere Erdbeben 1838 in Teilen zerstört. Sinphyumashin, die Tochter Me Nus und eine Frau König Mindons, ließ das Gebäude 1873 restaurieren.

Das Mahar Aung Mye Bon San-Kloster ähnelt mit seinem mehrstufigen Dach architektonisch den Teakholz-Klöstern aus der Konbaung-Dynastie des 19. Jahrhunderts. Die Außenmauern, Türen, Fenster und Balustraden des Klosters sind reich verziert. Über eine Treppe erreicht man eine Terrasse, auf der man das Kloster umrunden kann.

Sagaing

Ava-Brücke, Sagaing

Irrawaddy und Ava-Brücke

Sagaing ist eins der größten buddhistischen Zentren in Myanmar. Rund 600 Pagoden, Klöster und Meditationszentren finden sich auf und nahe dem Sagaing-Hügel.

Sagaing liegt nördlich von Inwa am gegenüberliegenden Ufer des Irrawaddy und circa 20 Kilometer von Mandalay entfernt. Sagaing und Mandalay sind über die 700 Meter lange Ava-Brücke miteinander verbunden. Die Brücke wurde 1934 von den Briten errichtet und war bis Ende des 20. Jahrhunderts die einzige Brücke über den Irrawaddy. Sie wird auch heute noch von Zügen befahren. Seit 2008 verbindet auch die gut 600 Meter nördlich liegende, 1,7 Kilometer lange und vierspurige Neue Ava-Brücke (auch Irrawaddy- oder Yadanabon-Brücke) Mandalay und Sagaing.

Hauptanziehungspunkte für Touristen in Sagaing sind die U Min Thonze-Pagode und Sun U Ponnya Shin-Pagode.

U Min Thonze-Pagode

Buddha-Statuen, U Min Thonze-Pagode

Buddha-Statuen in der U Min Thonze-Pagode

Die U Min Thonze-Pagode auf dem Sagaing-Hügel wird auch die Pagode der 30 Höhlen genannt. Diese Bezeichnung ist auf die mit vergoldeten Stuck-Ornamenten verzierten, schmalen und vergitterten Eingänge zurückzuführen. Die "Höhle" ist in Wirklichkeit eine sichelförmige Kolonnade mit 45 nebeneinander sitzenden, gold gewandeten Buddha-Statuen, die allesamt Spenden sind.

Der farbige Kachelboden und die mit grünen Glasmosaiken verzierten Wände lassen das Innere der Kolonnade wie einen Palast erscheinen. Besucher betreten die Kolonnade durch den einzigen, nicht vergitterten Zugang im vorderen Teil des Gebäudes.

Sun U Ponnya Shin-Pagode

Die Sun U Ponnya Shin-Pagode befindet sich wie die U Min Thonze-Pagode auf dem Sagaing-Hügel. Die 1312 erbaute, goldene Paya ist 29 Meter hoch und wird von einem Hti gekrönt. In der Gebetshalle befinden sich eine überlebensgroße, sitzende Buddha-Statue sowie ein Möhren knabbernder Hase aus Bronze, der an eine frühere Inkarnation Buddhas erinnern soll.

Von der Terrasse der Sun U Ponnya Shin-Pagode bietet sich eine schöne Aussicht auf den Irrawaddy und die umliegenden Pagoden von Sagaing.

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  • Gudrun
  • Hi, ich bin Gudrun, Redakteurin, Anfang 50, lebe in Berlin, liebe Südostasien und schreibe für dich klick-myanmar.de. In meinem Online-Reiseführer erfährst du alles, was du für deinen Myanmar-Urlaub wissen musst. Ich wünsche dir eine tolle Reise! Schön, dass du hier bist!